Industriemechaniker

Lernfelder für Industriemechaniker/Industriemechanikerin

Jahrgangsstufen Zeitrichtwert in Stunden

Lernfelder

10

11

12

13

1

Fertigen von Bauelementen mit handgeführten Werkzeugen

80

2

Fertigen von Bauelementen mit Maschinen

80

3

Herstellen von einfachen Baugruppen

80

4

Warten technischer Systeme

80

5

Fertigen von Einzelteilen mit Werkzeugmaschinen

80

6

Installieren und Inbetriebnehmen steuerungstechnischer Systeme

60

7

Montieren von technischen Teilsystemen

40

8

Fertigen auf numerisch gesteuerten Werkzeugmaschinen

60

9

Instandsetzen von technischen Systemen

40

10

Herstellen und Inbetriebnehmen von technischen Systemen

80

11

Überwachen der Produkt- und Prozessqualität

60

12

Instandhalten von technischen Systemen

60

13

Sicherstellen der Betriebsfähigkeit automatisierter Systeme

80

14

Planen und Realisieren technischer Systeme

80

15

Optimieren von technischen Systemen

60

Summe Pflichtunterricht

320

280

280

140

Nachweise/Zulassung zur Prüfung

Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschlussprüfung bei einer Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule sind schriftliche Ausbildungsnachweise sowie die Teilnahme an Teil 1 der Abschlussprüfung.

Zuzulassen ist auch,

  • wer in einer berufsbildenden Schule oder sonstigen Berufsbildungs-einrichtung ausgebildet worden ist. Dieser Bildungsgang muss allerdings der Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf entsprechen.
  • wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Prüfung abgelegt werden soll.
Teil 1 der Abschlussprüfung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird der Teil 1 der Abschlussprüfung durchgeführt. Er geht mit 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein.

Die Prüfung besteht aus einer insgesamt zehnstündigen Arbeitsaufgabe, die situative Gesprächsphasen und schriftliche Aufgabenstellungen beinhaltet, wobei die Gesprächsphasen insgesamt höchstens zehn Minuten umfassen sollen. Durch das Herstellen einer Baugruppe mit steuerungstechnischer Funktion sollen die Prüfungsteilnehmer/innen zeigen, dass sie z.B. technische Unterlagen auswerten, Fertigungsverfahren auswählen, Bauteile fertigen, die Sicherheit von Betriebsmitteln beurteilen, Prüfverfahren anwenden sowie die Auftragsdurchführung dokumentieren können.

Teil 2 der Abschlussprüfung

Teil 2 der Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildungszeit statt. Er geht mit 60 Prozent in das Gesamtergebnis ein.

Geprüft wird in den Bereichen Arbeitsauftrag, Auftrags- und Funktionsanalyse, Fertigungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Im Bereich Arbeitsauftrag weisen die Prüfungsteilnehmer/innen ihre Qualifikationen bei der Durchführung von Arbeitsaufträgen nach, die das Herstellen, Einrichten, Ändern, Umrüsten oder Instandhalten von Maschinen und technischen Systemen beinhalten. In Betracht kommen dabei beispielsweise das Analysieren von Aufträgen, die Absprache mit dem Kunden, das Beschaffen von Informationen, die Auftragsabwicklung und -planung, die Abstimmung mit vor- und nachgelagerten Bereichen, das Erstellen von Planungsunterlagen, das Durchführen der Aufträge, der Einsatz von Prüfverfahren und Prüfmitteln und das Erstellen von Abnahmeprotokollen.

In Frage kommen zwei Prüfungsvarianten, über die der Ausbildungsbetrieb entscheidet. Zur Auswahl steht entweder ein konkreter betrieblicher Auftrag aus dem Einsatzgebiet des Prüflings oder eine betriebsübergreifende, überbetrieblich entwickelte praktische Aufgabe.

Variante 1 - betrieblicher Auftrag: In höchstens 21 Stunden soll der Prüfling einen betrieblichen Auftrag durchführen, mit praxisbezogenen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein maximal 30-minütiges Fachgespräch führen.

Variante 2 - praktische Aufgabe: In höchstens 18 Stunden soll der Prüfling eine praktische Aufgabe vorbereiten, durchführen, nachbereiten und mit aufgabenspezifischen Unterlagen dokumentieren sowie darüber ein begleitendes Fachgespräch von höchstens 20 Minuten führen.

Die Prüfungsteilnehmer/innen sollen im Bereich Auftrags- und Funktionsanalyse in höchstens 120 Minuten technische Systeme analysieren. Dabei sollen sie zeigen, dass sie Probleme aus Herstellung, Montage, Inbetriebnahme und Instandhaltung erkennen, die erforderlichen Komponenten, Werkzeuge und Hilfsmittel auswählen, Montage- und Schaltpläne anpassen und die notwendigen Arbeitsschritte planen und anwenden können.

Im Bereich Fertigungstechnik sollen die Prüfungsteilnehmer/innen in höchstens 120 Minuten die Herstellung technischer Systeme planen. Dabei sollen sie unter anderem zeigen, dass sie Fertigungsverfahren für die Herstellung von Bauteilen und Baugruppen beurteilen, unter bestimmten Gesichtspunkten auswählen und technologische Daten ermitteln können. Des Weiteren sollen sie die Mechanisierung von technischen Systemen, die Verwendung von Werk- und Hilfsstoffen und die notwendigen Arbeitsschritte planen sowie Werkzeuge und Maschinen zuordnen können.

Im Bereich Wirtschafts- und Sozialkunde sollen die Prüfungsteilnehmer/innen in höchstens 60 Minuten praxisbezogene handlungsorientierte Aufgaben bearbeiten und dabei nachweisen, dass sie allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen können.

Die Bereiche Auftrags- und Funktionsanalyse, Fertigungstechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde können durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann.

Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden.

Prüfungswiederholung

Nicht bestandene Abschlussprüfungen können laut Berufsbildungsgesetz zweimal wiederholt werden. Teil 1 der Prüfung ist jedoch nicht eigenständig wiederholbar.

Prüfende Stelle

Die Prüfung wird bei der Industrie- und Handelskammer abgelegt.

Quelle: "http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/restoreInput.do"