Mechatroniker Nutzfahrzeuge

Lernfelder für Mechatroniker/Mechatronikerin Nutzfahrzeuge

Jahrgangsstufen Zeitrichtwert in Stunden

Lernfelder

Grundstufe

10

11

1

Durchführen von Pflege- und Wartungsarbeiten an Fahrzeugen oder Systemen

100

2

Durchführen von Demontage-, Instandsetzungs- und Montagearbeiten

80

3

Prüfen und Instandsetzen elektrischer und elektronischer Systeme

80

4

Prüfen und Instandsetzen von Steuerungs- und Regelungssystemen

60

5

Prüfen und Instandsetzen der Energieversorgungs- und Startsysteme

80

6

Prüfen und Instandsetzen der Motormechanik

60

7

Diagnostizieren und Instandhalten von Motormanagementsystemen

100

8

Durchführen von Serviceleistungen und Instandsetzungsarbeiten an Abgassystemen

40

Schwerpunkt Nutzfahrzeuge

12

13

9 N

Prüfen und Instandsetzen von Kraftübertragungssystemen

60

10 N

Instandhaltung von Fahrwerks- und Bremssystemen

80

11 N

Nachrüsten und Inbetriebnehmen von Zusatzsystemen

60

12 N

Prüfen und Instandsetzen von vernetzen Systemen

80

13 N

Prüfen und Instandsetzen von elektropneumatischen und elektrohydraulischen Systemen

80

14 N

Durchführen von Service- Instandsetzungsarbeiten für eine gesetzliche Untersuchung.

60

Summe Pflichtunterricht

320

280

280

140

Prüfungen

Nachweise/Zulassung zur Prüfung

Voraussetzungen für die Zulassung zur Abschluss- bzw. Gesellenprüfung bei einer Berufsausbildung in Betrieb und Berufsschule sind schriftliche Ausbildungsnachweise sowie die Teilnahme an Teil 1 der Abschluss- bzw. Gesellenprüfung.

Zuzulassen ist auch,

  • wer in einer berufsbildenden Schule oder sonstigen Berufsbildungs-einrichtung ausgebildet worden ist. Dieser Bildungsgang muss allerdings der Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf entsprechen.
  • wer nachweist, dass er mindestens das Eineinhalbfache der Zeit, die als Ausbildungszeit vorgeschrieben ist, in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem die Prüfung abgelegt werden soll.
Teil 1 der Abschlussprüfung

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird der Teil 1 der Abschluss- bzw. Gesellenprüfung durchgeführt. Er geht mit 35 Prozent in das Gesamtergebnis ein.

In der Prüfung sollen die Prüfungsteilnehmer/innen in höchstens zehn Stunden drei Arbeitsaufgaben durchführen, die Kundenaufträgen entsprechen, sowie während dieser Zeit in höchstens zehn Minuten ein Fachgespräch führen und in höchstens drei Stunden schriftliche Aufgabenstellungen bearbeiten. Für die Arbeitsaufgaben eignen sich das Messen und Prüfen von Fahrzeugbaugruppen und -systemen mit Anfertigen der Mess- und Prüfprotokolle an beispielsweise Bordnetz- oder Startsystemen, das Diagnostizieren von Fehlern, Störungen und deren Ursachen sowie das Instandhalten, insbesondere das Montieren und Demontieren von Motor, Kraftübertragung oder Fahrwerk.

Teil 2 der Abschlussprüfung

Teil 2 der Abschluss- bzw. Gesellenprüfung findet am Ende der Ausbildungszeit statt. Er geht mit 65 Prozent in das Gesamtergebnis ein.

In Teil A der Prüfung sollen in höchstens acht Stunden fünf Arbeitsaufgaben, die Kundenaufträgen entsprechen, bearbeitet und dokumentiert werden. Innerhalb der acht Stunden findet außerdem in höchstens 20 Minuten ein Fachgespräch über die Arbeitsaufgaben statt. Mindestens zwei Arbeitsaufgaben sollen dem gewählten Schwerpunkt entsprechen.

Übergreifend für alle vier Schwerpunkte kommen folgende Arbeitsaufgaben in Frage:

  • Prüfen und Messen sowie Beurteilen der Ergebnisse am Motormanagementsystem unter Einbeziehung der Abgaszusammensetzung Diagnostizieren von Fehlern, Störungen und deren Ursache sowie Beurteilen von Ergebnissen Instandhalten, insbesondere Montieren, Demontieren und Einstellen von Fahrzeugsystemen und Baugruppen des Motors

Im Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik kommen folgende Aufgaben in Betracht:

  • Untersuchen von Nutzfahrzeugen nach straßenverkehrsrechtlichen und straßenverkehrszulassungsrechtlichen Vorschriften, insbesondere die Überprüfung der Verkehrssicherheit, Betriebssicherheit und die Einhaltung der gesetzlichen Emissionsvorschriften
  • Diagnostizieren von Fehlern, Störungen und deren Ursachen an Nutfahrzeugen und an einem der folgenden Systeme: Antriebssystem, Bremssystem, elektropneumatisches System oder Komfort- und Sicherheitssystem

Teil B der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik, Diagnosetechnik sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Im Bereich Kraftfahrzeug- und Instandhaltungstechnik werden beispielsweise das Beschreiben kraftfahrzeugtechnischer Systeme, das Erläutern der Funktion und das Analysieren der Verknüpfungen sowie das Beschreiben der Vorgehensweise bei der Ausführung von Instandhaltungsarbeiten verlangt.

Im Bereich Diagnosetechnik bietet sich das Beschreiben der Vorgehensweise beim systematischen Eingrenzen und Bestimmen von Störungen, Fehlern und deren Ursachen in Systemen von Kraftfahrzeugen, insbesondere durch Messen, Prüfen und Diagnostizieren, an.

Im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde sollen die Prüfungsteilnehmer/innen praxisbezogene Aufgaben aus den Gebieten allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge aus der Berufs- und Arbeitswelt bearbeiten.

Der Prüfungsteil B kann in einzelnen Fächern durch eine mündliche Prüfung ergänzt werden, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann.

Die Prüfung ist bestanden, wenn im Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden.

Prüfungswiederholung

Nicht bestandene Abschlussprüfungen können laut Berufsbildungsgesetz zweimal wiederholt werden. Teil 1 der Prüfung ist jedoch nicht eigenständig wiederholbar.

Prüfende Stelle

Die Prüfung wird bei Ausbildung in der Industrie bei der Industrie- und Handelskammer, bei Ausbildung im Handwerk bei der Handwerkskammer abgelegt.

Quelle: "http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/restoreInput.do"