Berufsintegrationsklassen BIK

Für junge Migranten (Menschen aus der EU und anderen Ländern der Welt, auch Asylbewerber und Flüchtlinge), die einen vergleichbaren Sprachförderbedarf haben (Alter von 16 Jahren bis zum vollendeten 21. Lebensjahr; in besonderen Fällen bis zum 25. Lebensjahr).

Inhalte:

  • Spracherwerb Deutsch
  • Bildungssystem und Berufswelt
  • Mathematik
  • Ethik und Kommunikation
  • Angewandte Sozialkunde
  • Unterricht in den Werkstätten und in der Schulküche

Aufbau des Gesamtkonzepts:

2-jährige Beschulung in kooperativer Form durch die Berufsschule und die BIB gGmbH Augsburg

1. Jahr: Berufsintegrationsklasse / Vorklasse (BIK/v) Vollzeitbeschulung von Montag bis Freitag
Schwerpunkt: Spracherwerb Deutsch

2. Jahr: Berufsintegrationsklasse (BIK) Vollzeitbeschulung von Montag bis Freitag, davon mind. 20 Tage Praktikum in ortsnahen Betrieben
Schwerpunkt: Berufsvorbereitung

Wie werden die Schülerinnen und Schüler für die BIK-Klassen ausgewählt?
Die Klassen sind ausschließlich für berufsschulpflichtige junge Menschen vorgesehen (Alter von 16 Jahren bis zum vollendeten 21. Lebensjahr), mit Priorität für Minderjährige. In besonderen Fällen können bis zu 25-jährige aufgenommen werden. Mögliche Kandidaten werden uns vom Landratsamt genannt.

Sofern Sie uns als Eltern oder ehrenamtliche/-r Betreuer/-in einen geeigneten Kandidaten nennen möchten, schreiben Sie uns bitte unter info©bs-landsberg.de eine E-Mail, in der Sie Namen, Adresse, Geburtsdatum und nach Möglichkeit Zuzugsdatum nach Deutschland nennen. Die Kandidaten werden von uns zu einem Vorstellungsgespräch und einem Einstufungstest eingeladen; dieser findet in der Regel 2 Monate vor Beginn des neuen Schuljahres statt. Wir testen dabei die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler in der deutschen Sprache und in Mathematik. Eine Aufnahme in die bestehenden Klassen im Laufe des Schuljahres ist nur in Ausnahmefällen möglich.

Welche Voraussetzungen müssen künftige Schülerinnen und Schüler erfüllen?
Sie müssen zum Schuljahresbeginn berufsschulpflichtig sein (i. d. R. vom 16. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr). Die Beruflichen Schulen sind bemüht, in erster Linie minderjährige Kandidaten aufzunehmen. Darüber hinaus ist eine Festlegung schwierig. Einerseits sollte Aussicht bestehen, dass die Ziele des Berufsschulunterrichts (siehe unten) erreicht werden, andererseits wird auch darauf geachtet, dass möglichst leistungshomogene Gruppen zusammenkommen. Daher sind die Ergebnisse des Auswahltests alleine nicht entscheidend.

Wie können sich interessierte junge Menschen auf den Besuch der Berufsschule vorbereiten?
Die künftigen Schülerinnen und Schüler sollten sich in Alltagssituationen sprachlich ausdrücken können (sich vorstellen, Bedürfnisse äußern …) und diese beschreiben können (Einkauf, Bericht über Freizeitgestaltung …). Sie sollten die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 1000 bewältigen, Grundkenntnisse im Bruchrechnen vorweisen und Längen- und Flächenberechnungen durchführen können. Ideal wäre es, wenn sie bereits berufliche Vorstellungen entwickelt haben. Und: Es ist nicht alleine das schulische Leistungsvermögen entscheidend. Es zählt auch und vor allem eine positive Einstellung zum Miteinander und zum Beruf. Deshalb nimmt die Schule auch junge Menschen auf, die zwar erhöhten Sprachförderbedarf haben, aber die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllen.

Welche Ziele verfolgen wir?
Wir wollen die jungen Menschen in zwei Jahren (bei entsprechenden Vorkenntnissen) beim Erwerb des Sprachniveaus B1 nach dem GER (gemeinsamer europäischer Referenzrahmen) unterstützen, sodass sie zur fortgeschrittenen Sprachverwendung in der Lage sind. Dazu findet an unserer Schule auch die Prüfung zum Deutschen Sprachdiplom mit beruflichem Schwerpunkt statt (DSDpro). Nach Möglichkeit möchten wir ihnen auch den Mittelschulabschluss verleihen und schulische oder berufliche Anschlussmöglichkeiten bieten. In besonderen Fällen ist dies eine duale Berufsausbildung, bei eingeschränkten Vorkenntnissen und schwächeren Leistungen zumindest eine dauerhafte berufliche Beschäftigung. Querschnittsziel aller unserer Bemühungen ist es, den jungen Menschen das Leben in Deutschland zu erleichtern und so unseren Beitrag zu einer Integration zu leisten.

Wie wollen wir diese Ziele erreichen?
In allen Integrationsklassen findet intensiver Deutschunterricht statt. Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterricht in den Fächern Mathematik, Sozialkunde, Ethisches Handeln und Kommunikation sowie Bildungssystem und Berufswelt. Als Berufliche Schule bieten wir den jungen Menschen auch Deutsch-gestützten Unterricht in berufspraktischen Fächern wie Hauswirtschaft, Holzbearbeitung, KFZ-Technik, Gestaltung, Körperpflege, Bautechnik, Elektrotechnik, Metallbearbeitung und Lagerlogistik an. Nur in der Berufsintegrationsklasse (BIK) vermitteln wir die Schülerinnen und Schüler in betriebliche Praktika.

Wer unterstützt uns dabei?
Hilfe und Unterstützung erhalten wir von vielen Seiten. Unser Kooperationspartner, die BIB gGmbH Augsburg, organisiert die sozialpädagogische Betreuung und die Vermittlung in Praktika. Besonders gewinnbringend ist auch die Zusammenarbeit mit den zahlreichen ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern, die sich um unsere Schülerinnen und Schüler kümmern. Gut vernetzt sind wir auch mit den offiziellen Stellen im Landratsamt, den Trägern der Jugendhilfe, der Asylsozialarbeit und der Agentur für Arbeit.

Auch die Schülerinnen und Schüler unserer Beruflichen Oberschule tragen zu einem Gelingen bei. Viele engagieren sich in unseren Klassen, helfen bei den Hausaufgaben, machen gemeinsame Unternehmungen. Im Gegenzug unterstützen uns unsere Schülerinnen und Schüler aus den Integrationsklassen vielfältig: Sie leisten Dolmetscherdienste, berichten über ihre Praktikumserfahrungen und unterstützen den Fremdsprachenunterricht an unserer Schule. Für die Förderung dieses Engagements haben wir den im Jahr 2016 den Sozialpreis der VR-Bank erhalten.

Welche Schülerinnen und Schüler können in die Berufsintegrationsklasse aufsteigen?
Um in die Berufsintegrationsklasse (BIK), auch oft „2. Jahr“ genannt, aufsteigen oder direkt einsteigen zu können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen:

  • gute schulische Leistungen
  • Engagement, regelmäßige Teilnahme
  • VOR ALLEM: positive Einstellung zum Miteinander, Aufgeschlossenheit für den Beruf

Wer bekommt einen Mittelschulabschluss?
Für die Zuerkennung eines Mittelschulabschlusses nach Abschluss der BIK gelten die Regelungen des Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ) nach §13 und §15 der Berufsschulordnung (BSO). Neben den Leistungen zählen der regelmäßige Schulbesuch sowie die erfolgreiche Teilnahme am Praktikum. Über die Zuerkennung entscheidet die Lehrerkonferenz.

An unserer Schule werden in den Integrationsklassen keine Prüfung und keine Vorbereitung zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule angeboten. Wir ermöglichen aber Schülerinnen und Schüler der BIK in seltenen Ausnahmefällen und nur bei besonderer Eignung die externe Teilnahme und stellen sie vom Unterricht frei.