Integration und Deutsch als Zweitsprache an den BSL

Welche Klassen sind an unserer Schule?
Wir führen 13 Klassen für Schülerinnen und Schüler mit wenig Deutschkenntnissen, darunter 7 Vorklassen und 6 Berufsintegrationsklassen (darunter ein sog. Berufsübergangsjahr). Manche Vorklassen sind auf Menschen mit Alphabetisierungsbedarf bzw. schwachen Vorkenntnissen spezialisiert. Insgesamt besuchen über 230 Schüler unsere Berufsschule. Wir arbeiten heuer an drei verschiedenen Standorten. Hier an der Schule, im Ignaz-Kögler-Gymnasium und in den Räumen des Berufsförderzentrums (BFZ). Neue Klassen werden voraussichtlich erst im September 2018 eingerichtet. 

Wie werden die Schülerinnen und Schüler ausgewählt?
Die Klassen sind ausschließlich für berufsschulpflichtige junge Menschen vorgesehen (Alter von 16 Jahren bis zum vollendeten 21. Lebensjahr), mit besonderer Priorität für Minderjährige. In besonderen Fällen können bis zu 25-jährige aufgenommen werden. Mögliche Kandidaten werden uns vom Landratsamt genannt.
Sofern Sie als ehrenamtlicher Betreuer/-in uns einen geeigneten Kandidaten nennen möchten, sprechen Sie bitte die für die Unterkunft zuständigen Außendienst-Mitarbeiter des Landratsamts an. Die Kandidaten werden von uns zu einem Test eingeladen, immer ein bis zwei Monate vor Schuljahresbeginn. In diesem werden die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler in der deutschen Sprache und in Mathematik geprüft. Er besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

Eine Aufnahme in die bestehenden Klassen im Laufe des Schuljahres ist nicht möglich.

Welche Voraussetzungen müssen künftige Schülerinnen und Schüler erfüllen?
Sie müssen zum Schuljahresbeginn berufsschulpflichtig sein (i. d. R. von 16 bis zum vollendeten 21. Lebensjahr). Die beruflichen Schulen sind bemüht in erster Linie minderjährige Kandidaten aufzunehmen. Darüber hinaus ist eine Festlegung schwierig. Einerseits sollte Aussicht bestehen, dass die Ziele des Berufsschulunterrichts (siehe unten) erreicht werden, andererseits wird auch darauf geachtet, dass möglichst leistungshomogene Gruppen zusammen kommen. Daher sind die Ergebnisse des Auswahltests alleine nicht entscheidend.

Wie können sich interessierte junge Menschen auf den Besuch der Berufsschule vorbereiten?
Die künftigen Schüler sollten sich in Alltagssituationen sprachlich ausdrücken können (sich vorstellen, Bedürfnisse äußern …) und Alltagssituationen beschreiben können (Einkauf, Bericht über Freizeitgestaltung …). Sie sollten die Grundrechenarten im Zahlenraum bis 1000 bewältigen, Grundkenntnisse im Bruchrechnen vorweisen und Längen- und Flächenberechnungen durchführen können. Dazu zählt auch, dass sie Zahlen verstehen und sprechen können und sauber schreiben. Ideal wäre es, wenn sie bereits berufliche Vorstellungen entwickelt haben. Und: Es ist nicht alleine das schulische Leistungsvermögen entscheidend. Es zählt auch und vor allem ein positive Einstellung zum Miteinander und zum Beruf. Deshalb nimmt die Schule auch schwächere junge Menschen und auch solche mit Alphabetisierungsbedarf auf, die die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllen.

Welche Ziele verfolgen wir?
Wir wollen die jungen Menschen bei entsprechenden Vorkenntnissen in zwei Jahren auf ein Sprachniveau bringen, das der Einstufung B1 innerhalb des europäischen Referenzrahmens entspricht (fortgeschrittene Sprachverwendung), ihnen nach Möglichkeit den Mittelschulabschluss verleihen und ihnen eine schulische oder berufliche Anschlussmöglichkeit bieten. Im Ausnahmefall ist dies eine duale Berufsausbildung, bei eingeschränkten Vorkenntnissen und schwächeren Leistungen zumindest eine dauerhafte berufliche Beschäftigung. Querschnittsziel aller unserer Bemühungen ist es, den jungen Menschen das Leben in Deutschland zu erleichtern und so unseren Teil zu einer Integration beizutragen.

Wie wollen wir diese Ziele erreichen?
In allen Klassen findet intensiver Deutschunterricht statt. Darüber hinaus erhalten die Schülerinnen und Schüler Unterricht in den Fächern Fachrechnen und Integration.

Als Berufliche Schule bieten wir den jungen Menschen auch Deutsch-gestützten Unterricht in berufspraktischen Fächern wie Hauswirtschaft, Holzbearbeitung, KFZ-Technik, Gestaltung, Körperpflege, Bautechnik, Elektrotechnik, Metallbearbeitung und Lagerlogistik an.

Nur in der Berufsintegrationsklasse (BIK) vermitteln wir die Schülerinnen und Schüler in betriebliche Praktika. Diese finden in der Regel an zwei Tagen in der Woche statt. Informationen zum Praktikum finden Sie hier.

Wer unterstützt uns dabei?
Wir erhalten Hilfe von vielen Seiten. Unser Kooperationspartner, die BIB gGmbH Augsburg, organisiert die sozialpädagogische Betreuung und die Vermittlung in Praktika. In der Klasse des Übergangsjahrs arbeiten wir mit dem BFZ Weilheim zusammen. Besonders gewinnbringend ist auch die Zusammenarbeit mit den zahlreichen ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern, die sich um unsere Schülerinnen und Schüler kümmern. Gut vernetzt sind wir auch mit den offiziellen Stellen im Landratsamt, den Trägern der Jugendhilfe (SOS-Kinderdorf und Regens-Wagner), der Asylsozialarbeit des BRK und der Agentur für Arbeit.

In diesem Schuljahr sind vier der Vorklassen am Ignaz-Kögler-Gymnasium untergebracht und werden dort von Lehrkräften des Gymnasiums, des Kooperationspartners und unserer Schule unterrichtet.

Auch die Schülerinnen und Schüler unserer Beruflichen Oberschule tragen zu einem Gelingen bei. Viele engagieren sich in unseren Klassen, helfen bei den Hausaufgaben, machen gemeinsame Unternehmungen. Unterstützung erhalten wir auch durch die Matthees-Stiftung, die uns dabei finanziell fördert. Im Gegenzug unterstützen uns unsere Schülerinnen und Schüler aus den Integrationsklassen vielfältig: Sie leisten Dolmetscherdienste, berichten über ihre Praktikumserfahrungen und unterstützen den Fremdsprachenunterricht an unserer Schule.

Seit dem letzten Schuljahr wird an unserer Schule von ehrenamtlichen Helfern eine Mathematiknachhilfe angeboten.

Welche Schüler können in die Berufsintegrationsklasse aufsteigen?
Um in die Berufsintegrationsklasse (BIK), auch oft "2. Jahr" genannt, aufsteigen oder direkt einsteigen zu können, sind verschiedene Voraussetzungen zu erfüllen:

  • gute schulische Leistungen
  • Engagement, regelmäßige Teilnahme
  • VOR ALLEM: positive Einstellung zum Miteinander, Aufgeschlossenheit für den Beruf

Wer bekommt einen Mittelschulabschluss?
Für die Zuerkennung eines Mittelschulabschlusses nach Abschluss der BIK gelten die Regelungen des Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ) nach §15 BSO. Neben den Leistungen zählen der regelmäßige Schulbesuch sowie die erfolgreiche Teilnahme am Praktikum. Über die Zuerkennung entscheidet die Lehrerkonferenz.

An unserer Schule wird keine Prüfung und keine Vorbereitung zum qualifizierenden Abschluss der Mittelschule angeboten. Wir ermöglichen aber Schülern der BIK in seltenen Ausnahmefällen und nur bei besonderer Eignung die externe Teilnahme und stellen sie vom Unterricht frei.

Und danach?
Einige unserer Absolventen vermitteln wir in Ausbildung in verschiedene Ausbildungsberufe, teils auch in Berufe, für die wir die Sprengelschule sind. Erfahrungsgemäß haben diese Schüler aber sehr große Schwierigkeiten und wenig Aussicht, die Abschlussprüfung zu bestehen. Für diese Schüler bauen wir ein Unterstützungsangebot auf. Einige unserer Lehrkräfte helfen Schülern in Fachklassen bei der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts, sind teils im Unterricht dabei und helfen bei der Bewältigung des Fachwortschatzes.

Für die anderen Schüler versuchen wir in Zusammenarbeit mit Agentur für Arbeit und Jobcenter Lösungen für einen guten Anschluss zu finden.